Fahrradtour Brenner - Stallersattel - Großglockner - Göppingen 

2007

 

Diese Tour dauerte vom 16. August bis zum 1. September 2007. Die Radstrecke verlief mit Ausnahme der Großglocknerstraße in der Regel auf ausgebauten Feldwegen oder Nebenstraßen. Ausgerüstet war ich mit einem 27-Gang Trekkingrad. Außerdem hatte ich eine Satteltasche mit ca. 10 kg Gepäck und Fahrradkarten im Maßstab 1: 200 000 dabei. Ich bin übrigens der (ehemalige) 50-er, der 2005 mit dem Fahrrad vom Brenner nach Porec in Kroatien und zurück radelte. Meine Reisebeschreibung siehe Brenner-Porec-Vendig-Innsbruck 2005. Letztes Jahr reichte die Zeit nur für eine kleinere Tour durch Franken, siehe Altmühl-Pegnitz-Wiesent 2006.  Dieses Jahr wollte ich es wissen. Meine Ehefrau und Tochter hatten sich in Hintermoos am Steinernen Meer im Salzburgischen einquartiert und ich wollte mit meinem jüngeren Sohn Bastian über
Süd- und Osttirol der Familie hinterher- und dann nach Hause radeln. Die reine Fahrzeit betrug 11 Tage. 
Die Gesamtstrecke betrug 836 km. Die Angaben hinter den Ortsnamen sind Höhenmeter

2017 habe ich die Tour mit Komoot, einem Navigationssystem für Wanderer und Fahrradfahrer, welches ich seit 2015 einsetze, nachgeplant und so kann man sich die Strecken-abschnitte Brenner-Zeller See und Maria Alm-Göppingen durch Anklicken ansehen. Die gefahrenen Kilometer weichen von den Plankilometern ab, da kleine Zusatzstücke und Irrwege im Plan nicht enthalten sind.

Wer Interesse an meinen anderen, ins Netz gestellten Touren hat, einfach zum Ende der Seite scrollen

 

1. Tag: Brenner – Niederrasen im Antholzer Tal  86 km

Startpunkt der Tour war der Bahnhof Brenner (1370). 

 

Zunächst ging es auf der Staatsstraße munter bergab bis Sterzing (948). Die Straße war dank paralleler Brenner-autobahn nicht  zu sehr befahren. Man konnte die meiste Zeit auf der Standspur fahren. In Sterzing lohnt sich ein Abstecher in den Ort und ein Cappuccino in einem der zahlreichen Cafès. Danach fuhren wir durch das untere Tor zurück über einen Kreisverkehr auf die Staatsstraße Richtung Brixen. Nach ca. einem Kilometer zeigte ein braunes Schild nach rechts den Beginn des Radwegs an, der zunächst an der Eisack längs führte. Nun immer der Beschilderung folgen. Der Weg führte über Nebensträßchen und asphaltierte Wirtschaftswege immer bergauf, bergab durch die Dörfer Stilfs, Niederried, PfultersAuerhöfe, Grasstein und Mittewald. Zwischendurch wurde zweimal die Talseite gewechselt. Nicht irritieren lassen, die Beschilderung ist okay. Nach dem Passieren des Bahnhofs Franzensfeste hieß es dann etwas aufpassen! Man fährt am Staussee entlang und passiert Teile der Franzensfeste. Nach dem Ende des Staussees runter vom Radweg und kurz auf die Staatsstraße bergab. Nach ca. 200 m zeigte ein Wegweiser links nach Aicha. Dort bogen wir links ab und fuhren auf der alten Straße unterhalb der Festung vorbei nach Aicha und weiter nach Schabs (800).

 

 

Nach der Abbiegung in Franzensfeste kam dann auch das Schild „Pustertalradweg“. Nun ging es gut ausgeschildert durch Obstgärten über Mühlbach runter ins Pustertal und dann gut ausgeschildert meist entlang der Rienz oder der Bahnlinie nach Toblach. Bruneck (810) ist eine hübsche Stadt mit mittelalterlichem Stadtkern und Burg. Sehenswert!

Da ich die Stadt schon kannte beschlossen wir, noch einige Kilometer weiter zu radeln. Nach ca. 5 km kam dann der Wegweiser nach Rasen ins Antholzer Tal. Wir fanden dort nach einigem Suchen eine Pension mit ÜF für 35,00 Euro. Es wimmelt zu dieser Zeit von Italienern, die der südlichen Hitze in die Berge entfliehen.

 

2. Tag: Niederrasen im Antholzer Tal  - Maria Hilf 35 km

Am Morgen ging es dann bei schönstem Wetter hinauf ins Antholzer Tal, zunächst gemütlich am Antholzer Bach entlang. Ab Antholz Niedertal wird es dann schon steiler und ab Antholz Mittertal (1135) geht es ziemlich bergauf.

 

Am Antholzer See (1642) legten wir  nach einem Gewitter eine Mittagspause ein.

 

Danach ging es bis zum Stallersattel (2052) steil bergauf mit ca. 13 % Steigung. Die Straße ist nach dem See bis
zum Pass immer nur in einer Richtung befahrbar und wird per Ampel alle halbe Stunde je Fahrtrichtung auf Rot geschaltet. Da man per Rad natürlich nicht in einer halben Stunde oben ist, jedenfalls keine Normalradler wie wir,
hat man also eine Zeitlang gar keinen Verkehr, dann abwechselnd von oben oder unten.

 

 

 

 

 

Leider begann es kurz vor der Passhöhe heftig zu regnen und hörte auch nicht mehr auf. Das war zum einen nur lästig und hatte zum anderen zur Folge, dass man von der schönen Bergwelt dank Wolken nix sah. Also standen wir im Regencape oben auf dem Staller Sattel, dem Pass zwischen Süd- und Osttirol. Auch nach einer Pause in der Jausenstation auf dem Pass regnete es weiter.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

So ging es im Regen ging auf der Osttiroler Seite runter bis Maria Hilf (1422). Dort nahmen wir uns ein schönes Privatzimmer
und prompt hörte es auf zu regnen!
Wir  besichtigten dann am Ort noch einen schönen Wasserfall  und ließen uns das Abendessen schmecken.

 

 

 

 

3. Tag: Maria Hilf – Heiligenblut 81 km

Am nächsten Tag ging es das Defreggental rasant und ohne Regen über St. Jakob abwärts bis Huben (1235) und dann entlang des Isels nach Lienz (673). Der Radweg ist gut beschildert und geht ab Huben immer am Fluss entlang. Um vom Lienz vom Drautal ins Möllntal zu gelangen, muss man über den Iselsberg. Der ist zwar in keiner Karte als Pass eingezeichnet, aber der Scheitelpunkt liegt auf ca. 1300 m. Das war ein „Geheim- und Gemeinpass“. Letzteres deshalb, weil wir uns seelisch und moralisch nicht auf einen dritten Pass eingestellt hatten. 

Zudem schien erfreulicherweise die Sonne und so kamen wir ziemlich ins Schwitzen.

 

 

Die Talfahrt hinab ins Möllntal machte viel Freude. Der Radweg ging anschließend sanft ansteigend immer entlang der Mölln bis Heiligenblut (1305). Kurz vor Heiligenblut kam noch ein kurzes Steilstück. War aber nicht der Rede wert!

 

 

 

 

 

 

 

4. Tag: Maria Hilf – Thumersbach (Zeller See)  56 km

Nach einer Übernachtung wurde es am nächsten Tag dann ernst. Wir starteten relativ früh kurz nach 8.00 Uhr, weil das Wetter sonnig aber instabil war. Wir fuhren die 15 km in ca. 6,5  Stunden bis zum Hochtor (2506). Das ist nicht rekordverdächtig, aber garantiert dopingfrei! Neben diversen Auto- und Motorradfahrern sind uns nur ein englischer Tourenradler mit Gepäck und einige wenige Radsportler ohne Gepäck begegnet. Dafür trafen wir auf einem Rastplatz an der Strecke zwei nette Münchener, welche wir Tags zuvor in der Pension in Maria Hilf kennen gelernt hatten und die uns mit großem Hallo zu einer Brotzeit einluden. Danach hieß es weiter, die Serpentinen bergauf schwitzen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Hochtor war dann nach manchen Päuschen erreicht und natürlich musste der Bergsieg im Bild festgehalten werden.

 

Unschöner Weise muss man noch mal ca. 200 Höhenmeter runter, um dann wieder auf 2428 m zum Fuscher Törl hinaufzuradeln.

 

 

 

 

 

 

 

 

Leider waren oben Wolken aufgezogen, sodass die Sicht auf die umliegenden Gipfel etwas eingeschränkt war.

Die Fahrt hinunter nach Bruck und weiter zum Zeller See war dann die reine Freude. Es schien sogar wieder die Sonne. Die Bremsen und die Felgen haben es problemlos ausgehalten und die Busse haben wir nur deshalb nicht überholt, weil ja doch hin und wieder Gegenverkehr kam.

Nach der Durchfahrt von Thumersbach (750) am Zeller See wandelten sich die dunklen Wolken über dem See zu einen Gewittersturm, der uns zwang, in einem Lokal namens „Haifischstüberl“ Zuflucht zu suchen. Da wir keine Lust hatten, die restlichen 25 km bis Hintermoos, wo sich der Rest der Familie einquartiert hatte, durch den Regen zu fahren, riefen wir meine Frau an, die uns dann mit dem Familienvan abholte.

 

5 - 10. Tag: Hintermoos

Nun war Erholung angesagt. Wir verbrachten die Tage mit kleinen Wanderungen, Baden und Besichtigungen. Jedenfalls fast. Meine Tochter, eine alte „Berghexe“, wollte mit mir eine Bergtour zum Hochkönig machen, sozusagen unserem dortigen Hausberg im Steinernen Meer.

Wir packten unsere Rucksäcke für eine Zweitagestour und ließen uns von unserem bewährten Familientaxi zum Arthurhaus (1502) am Fuße des Hochkönigmassivs fahren. Der Aufstieg von dort geht zunächst über noch recht gemütliche Wanderwege und Almen. Nach der Mitterfeldalm steigt man über das Ochsenkar langsam in das Gebirgsmassiv ein. Es wird dann recht „geröllig“ und kurz unterhalb des Matrashauses, welches auf dem Hochkönig steht, muss man über Eisentreppen auf das Gipfelplateau steigen. Das Wetter war bis zum frühen Mittag sonnig, dann zog es langsam zu und das Matrashaus (2491) erreichten wir bei bedecktem Himmel, aber noch vor Beginn eines nach gut einer Stunde einsetzenden Eisregens. Wie immer im Gebirge war es gut, früh, d.h. hier um 8.00 Uhr, gestartet zu sein. 

Nach dem Regenende wurden wir mit dem Blick auf einen fantastischen, doppelten Regenbogen belohnt.

Das Gipfelhaus kann nur per Helikopter versorgt werden. Da eine Pumpe defekt war, gab es kein fließendes Wasser und wir erhielten zum Zähneputzen und für die Handwäsche abends und morgens je eine Tasse Wasser. Das Essen war schmackhaft und danach haben wir mit unseren frischen Bergbe-kannten Günther und Stefan aus Bad Reichenhall noch einige Runden geschnauzt (bei Nichtfranken heißt das Kartenspiel „Schwimmen“). Am nächsten Morgen hatten wir Bilderbuchwetter, also wurde das obligatorische Gipfelfoto nachgeholt.

 

 

Als Abstiegsroute wählten wir den Weg über die so genannten „Teufelslöcher“. Da der Gletscher sich schon sehr zurückgezogen hat, geht es ständig über Geröll bergauf und bergab hinter der Abbruchkante zwischen Hochkönig und Lammkopf entlang.

Teilweise überquerten wir dabei Reste des Gletschers und hatten fantastische Ausblicke auf das steinerne Meer und hinunter nach Dienten oder Hinterthal.

 

Nach den Teufelslöchern wurde es dann ernst. Die Ausblicke nach unten waren atemberaubend, aber nichts für schwindelgefährdete Naturen. Die Kraxelei entlang von Stahlseilen und über in den Fels gehauene U-Eisen waren für mich eine neue und spannende Erfahrung.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Meine Tochter hatte so etwas bei früheren Bergtouren schon gemacht. Nach 10 Stunden waren wir dann glücklich und erschöpft im Tal.  

 

 

 

 

Wie üblich war der Abstieg anstrengender gewesen als der Aufstieg und so musste zwei Tage lang der Muskelkater gepflegt werden. Deshalb war für mich am nächsten Tag eine Badepause im schön gelegenen Freibad in Maria Alm angesagt.

 

 

11. Tag: Hintermoos – Oberteisendorf 94 km

Am 6. August trat ich dann allein mit dem Fahrrad die Heimreise an. Von Hintermoos (1000) ging es nun flott bergab über Maria Alm hinunter nach Saalfelden (748) und dann auf dem Radweg meist über Feld- und Wirtschaftswege entlang der Saalach bis Bad Reichenhall (473). Der Radweg ist landschaftlich sehr reizvoll und die Saalach ist bis kurz vor Bad Reichenhall fast ungestaut.

Ein Geheimtipp für Kanuten!

 

In Bad Reichenhall legte ich eine Weißbier- und Weißwurstpause in der Rupertus Therme ein. Eintritt 14,00 Euro aber dafür alles vom Feinsten!

Man muss sich auch als Radler hin und wieder etwas gönnen.

Nach der Pause ging es über Piding, Ainring und Teisendorf nach Oberteisendorf (504). Dort gab es direkt am Weg ein prima Privatzimmer mit Frühstück für 22,00 Euro und einen ausgezeichneten bayerischen Biergarten. 
Überhaupt habe ich mich in den Folgetagen abends immer „durchgeschmankerlt“.

 

 

 

 

 

12. Tag: Oberteisendorf – Bad Feilnbach 80 km


Frisch gestärkt ging es am nächsten Morgen über Traunstein (591) ins Strandbad in der Nähe von Übersee am Chiemsee (520)

Im dortigen Strandbad ließ ich es mir bei einem Weißbier und mit meinem Reisekrimi wieder mal richtig gut gehen.


 

 

Es sollte meine letzte Badepause auf dieser Tour werden.
Als Radler machte es mir viel Freude, als ich nach der Bade-pause entlang der Autobahn Salzburg-München in aller Ruhe die stauenden Autos überholte und manchen Autofahrern zuwinkte!

 

 

 

                                                                                                                                                                                                                                                                Traunstein Marktplatz


Den Chiemsee verließ ich dann bei Felden und bog in Aschau auf den Bodensee-Königsee-Radweg (Bo-Kö) ein, dem ich mit geringfügigen Abweichungen bis Füssen folgte. Die meisten machen die Tour offenbar vom Bodensee zum Königsee. Ich kann aber nur die Gegenrichtung empfehlen. Zwar geht es entlang des Alpenrands ständig berauf und bergab, insgesamt gesehen Richtung Bodensee, jedenfalls bis Füssen, aber bergab. Nach der Überquerung des Inns bei Neubeuern radelte ich dann noch bis Bad Feilnbach (512) am Fuße des Wendelsteins. 
Dort fand ein günstiges Privatquartier für 25,00 Euro und einen wieder gemütlichen Biergarten. Felix Bavaria!

 

13. Tag: Bad Feilnbach – Schlehdorf 87 km

Ab hier wird der Radweg ziemlich "hügelig". Die eine oder andere Steigung ist auf der Karte gar nicht erkennbar, kann aber durchaus 13 % erreichen. Na ja, nach dem Großglockner juckt eine nix mehr! Bei Sonnenreuth verließ ich den Bo-Kö, und kürzte über Wörnsmühl, Tiefenbach und Hausham zum Schliersee (777) ab. Das Wetter begann umzuschlagen. Es wurde diesig und deshalb lasse ich die Fotos vom Schlier-, Tegern- und Kochelsee weg. In Gmund am Tegernsee (725) war vom See nicht viel zu sehen und so ging es auf dem Bo-Kö weiter steil bergauf über einen Golfplatz, Marienstein und quer durch den Wald zunächst ein Weile bergauf und dann hinab nach Bad Tölz (658) an der Isar.

 

 

 

 

Die Innenstadt ist sehr sehenswert, viel Lüftlmalerei und viele Touristen. 

Die Torte im Cafe war auch nicht übel.

 

 

 

 

 

Anschließend ging es auf dem Bo-Kö weiter nach Benediktbeuren (617). Das dortige Kloster ist eine beeindruckende Anlage.
Ja ja, die Herrschaften der katholische Kirche verstanden es zu leben! 
Heute befinden sich dort u. a. eine Jugendherberge, ein Klosterhotel und eine Philosophisch-Theologische Hochschule.

Der Kochelsee lag im Dunst der Abendsonne. Kochel am See ist ein typischer oberbayerischer Touristenort.

Die Jugendherberge war belegt. Meine Vermutung, dass ich einige Kilometer weiter, nämlich in Schlehdorf (604) am Ende des Kochelsees eine preiswerte Unterkunft finden würde, bestätigte sich. Dort ging ich nach den vielen bayerischen Schmankerln abends zur Abwechslung mal zum Griechen!

 

14. Tag: Schlehdorf – Füssen 65 km

Am Morgen war dann erst mal Schluss mit Lustig. Das seit Tagen angekündigte Schlechtwettergebiet hatte mich eingeholt und so ging es im Regencape über Murnau (700) zunächst bis Bad Kohlgrub (828). Bad Kohlgrub bezeichnet sich als Deutschlands höchst gelegenes Moordorf. Na ja, „Moor“ konnte ich wegen Regens nicht überprüfen, „Dorf“ stimmt. Ich legte dort in einem Gasthaus erstmal eine Wärmepause bei Tee und Leberknödelsuppe ein. Nach der Mittagspause hatte der Wettergott ein Einsehen.
Es hörte zu regnen auf und im weiteren Verlauf unterhalb des Hohen Trauchbergs kam sogar die Sonne wieder raus. Oberammergau lag übrigens nur 9 km vom Bo-Kö entfernt. Da ich den Ort schon kannte, habe ich mir den Abstecher erspart.  Der Radweg unterhalb des Hohen Trauchbergs führt recht idyllisch durch Feld und viel Wald und am Schluss kommt man in Halblech (800) bei Füssen wieder aus dem Wald raus.

 

 

 

Nach dem Passieren von Schloss Neuschwanstein kam ich dann am frühen Nachmittag in Füssen (808) an. Die Stadt ist sehr sehenswert und aufgrund der Schlösser Neuschwanstein und Hohenschwangau wimmelt es dort von Touristen. Da ich Neuschwanstein früher schon zweimal besichtigt hatte, beließ ich es bei einem Foto von außen.

 

 

 

 

 

 

 

In Füssen selbst fand ich dann in einem Gasthaus in der Stadtmitte ein Zimmer mit Frühstück für 31,00 Euro.
Das Zimmer war zwar sehr einfach und Dusche und WC auf der Etage. Die Jugendherberge wollte für Ihr 6-Bett-Zimmer aber auch schon 24,00 Euro. Dann doch lieber ein paar Euro mehr und keine Mitschnarcher!

Das Gasthaus bot übrigens Rittermahlzeiten an. Na ja, typischer Touristenschmarrn für die Japaner und US-Amerikaner, aber geschmeckt hat es.

 

 

 

15. Tag: Füssen – Heimertingen 105 km

Der Morgen begann mit Regen, der bis zum frühen Nachmittag anhalten sollte und so ca. 4 Stunden dauerte. Also Regencape an, Augen zu und durch. Vom Forggensee sah man dank tief hängender Wolken nicht allzu viel, aber das nachfolgende Schild am Wegesrand, welches eigentlich für Hitzefälle gedacht ist, war nun doch ein Foto wert.

 

 

Unverdrossen ging es weiter, zunächst bis zum nördlichen Ende des Forggensees, dann der Beschilderung folgend nach Marktoberdorf. Der Radweg wird etwa ab Steinbach (?) urplötzlich auf einer ehemaligen Eisenbahntrasse geführt und ist angenehm zum Fahren. In Marktoberdorf (730) habe ich dann wieder einmal zum Aufwärmen und Trocknen eine Gaststätte aufgesucht und „geschmankerlt. Leider ließ der Schnürlregen auch nach der Mittagspause zunächst nicht nach. So ging es weiter im Regen über Unterthingau, Günzach, - hier hörte der Regen auf -  Obergünzburg, Immenthal und Untrasried und Hofperbach nach Ottobeuren (660).

 

 

 

Auch Ottobeuren hat eine beeindruckende Klosteranlage (Benediktiner) und ein „Windbeutelparadies“. So nennt sich ein Cafè neben der Kirche, in dem es originelle und leckere Windbeutel in allerlei Variationen gibt. Einer davon war natürlich Pflichtspeise!
Anschließend ging es weiter nach Memmingen (601). Memmingen ist eine schöne Stadt mit mittelalterlichem Kern und viel Stadtmauer.
Ein Gasthof in der Stadt wollte allerdings 75,00 Euro für ÜF und sah nicht nach 3-Sterne-Quartier aus. Die Jugendherberge in Memmingen gibt es nicht mehr. Also fuhr ich runter zur Iller auf den Radweg Richtung Ulm. Nach 5 km fand ich in Heimertingen im dortigen Landhasthof Lamm ein Ia Zimmer mit Dusche und WC mit Frühstück für 35,00 Euro.

Also, geht doch! Das Forellenfilet im Eiteig zum Abendessen war übrigens  lecker!

Und da fragt man sich jedesmal, warum man nach Radtouren immer zugenommen hat ???

 

 

 

 

 

16. Tag: Heimertingen – Ulm 75 km

Frohgemut ging es am nächsten Morgen auf dem Illerradweg Richtung Ulm. So nach etwa 10 km grüßte mich ein entgegenkommender Radler, ich grüßte lässig mit Fingertip an meinen Helm zurück und merkte, dass ich gar keinen Helm auf hatte! Na toll!! Da es sich um ein etwas teureres  Markenexemplar handelte, radelte ich wohl oder übel nach Heimertingen zurück, wo das gute Stück noch in der Hotelgarage lag. Nun ja, wer es nicht im Kopf bzw. hier auf dem Kopf hat, muss es in den Beinen haben! Der Illerradweg ist nicht weiter problematisch, allerdings auch etwas eintönig. Ich habe ihn nach einer Mittagspause in Vöhringen (500) bei Oberkirchberg verlassen und bin dann über Illerkirchberg und Gögglingen nach Ulm-Einsingen gefahren.

Dort hat mich dann die Familie eines Freundes beherbergt.

 

 

 

 

 

 

 

 

17. Tag: Ulm-Einsingen - Göppingen - Rechberghausen 72 km

Nach einem ausgiebigen und gemütlichen Frühstück stellte sich zunächst die Frage, wie das Wetter wird. Es sah nämlich – wieder einmal – nach Regen aus. Meine Freunde haben aber eine ihnen zugelaufene Hauskatze, die zuverlässige Wetterprognosen abgibt!!! Droht Regen, so kommt sie ins Wohnzimmer und ruht dort, droht kein Regen, so treibt sie sich draußen herum! 
Die Katze war nicht anwesend! Das trockene Wetter hielt bis nach Hause!

Von Einsingen ging es zunächst nach Ulm-Herrlingen und dort ins kleine Lautertal. Das Tal ist wildromantisch. Am oberen Talende gibt es neben dem Quelltopf der kleinen Lauter ein nettes Ausflugslokal. Danach führt eine  kleine asphaltierte Straße zunächst mäßig, dann steiler auf die Albhochfläche nach Bermaringen (620). Von dort aus ging es über Temmenhausen, Scharenstetten und Türkeim wieder von der Alb runter ins Filstal nach Geislingen (464). Der Filstalradweg Richtung Göppingen ist miserabel ausgeschildert. Nach der dritten Sackgasse fuhr ich nach Gefühl und kam denn auch in Göppingen (323) an. In Göppingen-Faurndau ging es schließlich auf den Radweg nach Schwäbisch Gmünd, eine ehemalige Eisenbahntrasse. Am frühen Nachmittag hatten mich Rechberghausen (340) und meine inzwischen aus Österreich mit dem Auto heimgekehrte Familie dann wieder. 

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